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Vorwort zum Buch: "Konflikt - Kooperation - Konsens"
Mit dem vorliegenden Buch liegt die erste deutschsprachige Einführung in diese
außergerichtliche Konfliktlösungsmethode vor. Ausgangspunkt war die Faszination der Herausgeber an der
interprofessionellen Zusammenarbeit im Rahmen von Collaborative Practice / Cooperativer Praxis (CP).
Damit können die sehr guten Erfahrungen mit Mediation erheblich ergänzt werden.
Anstelle die Entscheidungen den Gerichten zu überlassen ermöglicht CP auch in den
schwierigsten Fällen interessenbezogen und in einer zukunftsorientierten Haltung zu einem tragfähigen und
nachhaltigen Ergebnis zu kommen. Die Herausforderung für die CP-Fachleute besteht darin, aus der neutralen,
allparteilichen Rolle wie in der Mediation in eine parteiliche Begleitung zu gehen.
Ein Wesenszug von CP ist die Art der Zusammenarbeit der am Verfahren beteiligen Beraterinnen
und Berater. Diese Kooperation inspirierte dazu in dieser Weise auch zwischen den Ländern zusammen zu arbeiten.
Kurz nach dem ersten Europäischen Kongress in Wien 2007 formierte sich eine Arbeitsgruppe aus Schweizern,
Deutschen und Österreichern. In den regelmäßigen Treffen wurde intensiv darüber diskutiert wie CP im
deutschsprachigen Raum etabliert werden sollte. Im Hinblick auf den dritten Europäischen Kongress, der Mitte
Juni 2010 in München stattfinden wird, war es an der Zeit ein Grundlagenwerk über dieses Modell zu schaffen.
Dabei war es den Herausgebern wichtig, dieser noch jungen Methode kein enges dogmatisches Konzept anzulegen,
sondern eine größtmögliche Vielfalt darzustellen und zuzulassen.
Nach einer kurzen Einführung in das Verfahren werden zur Veranschaulichung zwei Fallbeispiele
aus den Bereichen Wirtschaft und Familie geschildert. Anschließend wird der theoretische Hintergrund von CP
beleuchtet. Danach werden die Aufgaben der beteiligten Fachleute aus den unterschiedlichen Berufen beschrieben.
Dem folgen die verschiedenen spannenden Varianten des Verfahrens. Schließlich wird auf die konkrete
Umsetzung eingegangen, die bestehende Kritik zusammengefasst und der aktuelle Stand in den Ländern aufgezeigt.
Eine Herausforderung eigener Art war der Umgang mit den geschlechterspezifischen
Bezeichnungen. Klar war, dass beide Geschlechter gleichberechtigt berücksichtigt werden sollten. Die Frage der
Umsetzung warf die Problematik des ungestörten Leseflusses auf. Da die bisher bekannten Möglichkeiten zu keinem
zufrieden-stellenden Ergebnis führen, gibt es Artikel, in welchen beide Formen verwendet werden, aber auch
Beiträge, die die weibliche oder männliche Form betonen bzw. zwischen diesen Bezeichnungen variieren.
Cristina Lenz, Michael Salzer, Friedrich Schwarzinger
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